Lieber Hamado

es muß natürlich Treptower Park heißen. Hast Du mir nicht erzählt, dass in der Stadt München mehr als 6000 Straßennamen daraufhin zu prüfen sind, inwiefern mit diesen Namen nationalsozialistisches oder koloniales Erbe gewürdigt wird? Mal sehen, wie rasch das zu bewältigen sein wird, nicht wahr? Ich meine, könnte ich eventuell noch meinen Kindern mitteilen müssen, sie sollen eine Leer-Pause machen beim Sprechen, wenn sie an eine solche Adresse zu gehen haben oder durchgestrichene Adressfelder anlegen? Sie würden das Stottern anfangen. Wenn das in dem Tempo geschieht, in dem Die Zeit gerade ihre Vergangenheit recherchierte, werden weder ich noch meine Kinder das erleben. Wahrscheinlich wäre es einfacher, zunächst mal sämtliche Straßen und Hausnummern mit Weiß zu markieren – weiß markiert die Täter:innen und Mitläufer:innen. Man hätte dann nach einem Ausschlußverfahren nur noch die wenigen Stellen hervorzuheben, an denen der Widerstandskämpfer:innen und der Opfer zu gedenken ist. Ich darf mich herzlich für die Zusendung bedanken, die Deine Familie betrifft – Dein Opa, ja – oder die Richtie Boys wie Guy Stern – der hat buchstäblich meine Mutter und Schwester persönlich befreit, als er 1945 nach Bad Hersfeld kam. "You made my day", sagte er zu mir, als ich ihm das erzählte. Also hier - einen Toast auf Deinen Opa und die Ritchie Boys ... und ja - alles Liebe für heute. Esther

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